Tuttlingen ist das Weltzentrum der Medizintechnik.

Das Cluster geht weit über die Stadt Tuttlingen hinaus und erstreckt sich auch auf zahlreiche Gemeinden in der Umgebung. Es ist schwer, eine genaue Anzahl der dazugehörigen Unternehmen anzugeben. Für die Stadt Tuttlingen werden etwa 400 Unternehmen dem Cluster zugerechnet. Davon hat die überwiegende Mehrzahl weniger als 20 Beschäftigte, das größte bietet alleine am Standort Tuttlingen über 3.000 Menschen Arbeit

Ein Großteil der Tuttlinger Unternehmen agiert weltweit. Mehr als 65% der Produkte geht in den Export, vor allem in die wichtigen Märkte der EU und in den USA, aber auch nach Südamerika und Asien wird erfolgreich exportiert. Selbst in der Tuttlinger Bankenwelt spiegelt sich diese Situation in entsprechend proportionierten Auslandsabteilungen wider.

Viele der Unternehmen in Tuttlingen verfolgen eine langfristige und nachhaltige Wachstumsstrategie in einem weltweit wachsenden Markt. In den letzten Jahren - mit Ausnahme des Jahres 2009 - nahm die Zahl der in der Branche Beschäftigten stets zu, so dass sich schon früh ein ausgeprägter Fachkräftemangel bemerkbar macht.

Die Tuttlinger Unternehmen engagieren sich aus diesem Grund schon seit vielen Jahren, um die Versorgung mit Nachwuchs- und Fachkräften sicherzustellen. So investieren die ansässigen Unternehmen sehr viel in die Ausbildungstätigkeit. Eine Ausbildungsquote von acht bis zehn Prozent ist auch in größeren Unternehmen keine Ausnahme.

Die Metallindustrie kann dabei in Tuttlingen auf eine lange Tradition zurück blicken.

Schon im 17. Jahrhundert wurde im Ludwigstal vor den Toren der Stadt das herzogliche Eisenschmelzwerk gegründet. Und auch das war kein Zufall: Rund um Tuttlingen gab es nämlich große Mengen an Bohnerz - einen Rohstoff, den man eigentlich nur aufheben musste. 

In der Nähe des Schmelzwerks siedelten sich Messer- und Nagelschmiede an, und 1866 wurde aus dem Handwerk eine Industrie. Gottfried Jetter gründete eine Fabrik zur Herstellung chirurgischer Instrumente und legte damit den Grundstein der Tuttlinger Medizintechnik.

Neben der Medizintechnik arbeiten in Tuttlingen auch renommierte Firmen aus den Bereichen Maschinenbau, Automobilzulieferung und Biotechnologie sowie zahlreiche Dienstleister. Sie alle sorgen dafür, dass die Tuttlinger Einkommen deutlich über und Arbeitslosenquote unter dem Durchschnitt liegen.

 

Als Weltzentrum der Medizintechnik ist Tuttlingen eine Stadt, in der rund 180 Patente pro Jahr angemeldet werden und deren Produkte weltweit exportiert werden.

Die rund 21.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind in der Mehrheit im produzierenden Gewerbe tätig. An der 2. Stelle stehen die Beschäftigten des Dienstleistungssektors. Auf die 3. Stelle entfallen Menschen, die im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr tätig sind.