Berlin – Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat die neue Richtlinie für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand veröffentlicht. Sie ersetzt die am 31. Dezember 2019 ausgelaufene Förderrichtlinie.

Nach Angaben des BMWi ist ZIM mit jährlich mehr als 3.000 neuen Technologieentwicklungs-Projekten das größte Programm der Bundesregierung zur Förderung des innovativen Mittelstandes. Für 2020 stehen Haushaltsmittel in Höhe von 555 Millionen Euro zur Verfügung. Mit der Neufassung der Richtlinie werde die erfolgreiche und bewährte Systematik der mittelstandsorientierten Innovationsförderung des ZIM fortgeführt und gleichzeitig optimiert, so das BMWi (siehe unten).

Die ZIM-Projektträgerschaft wird aktuell neu ausgeschrieben. Dies soll voraussichtlich noch im ersten Quartal 2020 abgeschlossen sein und erlaubt dann eine Antragstellung unter den aktualisierten ZIM-Förderbedingungen. Förderanträge, die bis 31. Dezember 2019 auf Grundlage der alten ZIM-Richtlinie eingegangen sind, werden direkt weiter von den bisherigen Projektträgern bearbeitet.

Neufassung Richtlinie Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) – Richtlinientext vor Veröffentlichung im Bundesanzeiger)

Neue Richtlinie Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) – Kerninhalte

Die wesentlichen Änderungen des neuen ZIM laut BMWi:

Bessere Zugangsbedingungen für junge und kleine Unternehmen sowie Erstinnovatoren

  • Neueinführung einer Förderung von Durchführbarkeitsstudien für junge Unternehmen, Kleinstunternehmen und Erstbewilligungsempfänger, um diesen Zielgruppen den Zugang zu anspruchsvollen Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu erleichtern.
  • Erhöhung der Fördersätze für kleine junge Unternehmen, unabhängig von der Region

Intensivierung des nationalen wie internationalen Know-How-Transfers

  • Öffnung des ZIM für mittelständische Unternehmen, die einschließlich verbundener oder Partnerunternehmen weniger als 1.000 Mitarbeiter beschäftigen (zuvor Begrenzung auf weniger als 500 Mitarbeiter), sofern diese mit mindestens einem KMU kooperieren. Größere mittelständische Unternehmen verfügen oftmals über gute Vertriebs- und Marktzugänge, die einen schnelleren und effektiveren Transfer der Forschungsergebnisse in den Markt ermöglichen können. Sie können daher für kleine KMU ein attraktiver Partner sein.
  • Verstetigung der Förderung internationaler ZIM-Innovationsnetzwerke nach erfolgreichem Pilotvorhaben, um den internationalen Wissenstransfer und die Erschließung internationaler Märkte noch effektiver zu unterstützen.
  • Bessere Leistungen zur Markteinführung, um den Transfer der Forschungsergebnisse in den Markt zu unterstützen. Zu den Leistungen zählen Innovationsberatungen, innovationsunterstützende Dienstleistungen, Messeauftritte sowie Beratung zu Produktdesign und Vermarktung.

Passfähigere Förderbedingungen für den Mittelstand, gerade auch in strukturschwachen Gebieten

  • Erhöhung der zuwendungsfähigen Kosten bei allen Fördermodulen, um höhere Innovationsvorhaben zu ermöglichen und zum Ausgleich gestiegener Personal- und Overheadkosten. Einzelne Fördermodule:
    – Einzelprojekte: Erhöhung von 380.000 Euro auf 550.000 Euro. Insb. Erstbewilligungsempfängern nutzen diese Projektform. Sie ist von besonderer Bedeutung, um Unternehmen an F&E heranzuführen.
    – Kooperationsprojekte: Erhöhung von 380.000 Euro auf 450.000 Euro pro Unternehmen und von 190.000 Euro auf 220.000 Euro für kooperierende Forschungseinrichtungen. Die maximal mögliche Fördersumme für das Gesamtprojekt steigt von 2.000.000 Euro auf 2.300.000 Euro.
    – nationale ZIM-Innovationsnetzwerke: maximale Fördersumme steigt von 380.000 Euro auf 420.000 Euro.
    – internationale Innovationsnetzwerke: maximale Fördersumme steigt von 450.000 Euro auf 520.000 Euro.
  • Erhöhte Fördersätze für kleine Unternehmen aus strukturschwachen Regionen: Die Änderung trägt dem neuen gesamtdeutschen Fördersystem für strukturschwache Regionen ab 2020 Rechnung. Zuvor erhielten im ZIM kleine Unternehmen aus den neuen Bundesländern einen erhöhten Fördersatz – jetzt ist die Strukturschwäche der Region entscheidend, egal ob sie in den alten oder neuen Bundesländern liegt.

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