Der Pfropfen ist so dick wie ein Finger und mittlerweile vom Knie herauf bis in den Oberschenkel gewachsen. Er besteht aus geronnenem Blut und sitzt fest in der Arterie. Der Kopf des Katheters ist dagegen nicht viel größer als die Spitze eines Zündholzes. Vom Arzt durch eine kleine Punktion in die Arterie eingeführt und unter Röntgenkontrolle bis zum Gefäßverschluss vorgeführt, beginnt der Katheterkopf auf Knopfdruck zu rotieren und zu saugen. Wenige Sekunden später ist der Pfropfen vollständig entfernt, die Gefäßwände bleiben völlig unverletzt. Die fast wundersame Beseitigung der bedrohlichen Verstopfung hat der Rotarex®S-Katheter von Straub Medical bewirkt. Er wird von einem FAULHABER-Motor angetrieben.

Die hier beschriebene Atherektomie und/oder Thrombektomie – je nach Beschaffenheit des Pfropfens verwenden die anwendenden Ärzte verschiedene Fachbegriffe für dessen Entfernung - beobachten wir durch einen durchsichtigen Kunststoffschlauch, der als Modell für die Arterie dient. Die Demonstration stellt sehr realistisch die Behandlung einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) nach. Laut Hochrechnungen sind allein in Deutschland etwa zwei Millionen meist ältere Menschen von einer PAVK betroffen. Sie wird von einer Verengung in einer Bein- Arterie ausgelöst, auf Grund derer das Blut ins Stocken gerät und auf langer Strecke Gerinnsel bildet.

Erzwungenes Window-Shopping

Oft beginnt die Verstopfung mit der Vernarbung oder Verkalkung des Gefäßes. An einer verengten Stelle, Stenose genannt, wird der Blutfluss deutlich reduziert. Schließlich reißt unter der ständigen Bewegung, z.B. im Knie, und dem Druck der Kalkablagerung die innere Schicht der Arterie ein, was spontan einen Gerinnungsprozess an exakt dieser Stelle initiiert. Der dann entstehende Thrombus (das Blutgerinnsel) verstopft die Arterie vollständig. Dieser Thrombus wächst unter dem Stau nach oben hin weiter, bis er das ganze Gefäß blockiert, nicht selten über Strecken von 25-30 Zentimeter. Andere, kleinere Gefäße versuchen dann zwar die Blutversorgung des Beines zu übernehmen, doch für einen vollständigen Ersatz genügt ihr Volumen nicht. Die Muskeln erhalten zu wenig Sauerstoff, der für die Muskelarbeit so nötig ist wie Benzin für den Motor. Das Gehen wird nach wenigen Schritten schmerzhaft. Der Patient muss immer wieder stehenbleiben. Daher rührt auch der umgangssprachliche Name der PAVK: Schaufensterkrankheit. Um die Beschwerden vor anderen zu verbergen, hält der Patient seine Verschnaufpausen bevorzugt vor Schaufenstern. Es gibt verschiedene Methoden, einen Thrombus und die zugrunde liegende Verengung zu beseitigen. Sehr häufig wird die Thrombolyse verwendet. Dabei werden den Thrombus auflösende Substanzen durch einen Katheter direkt an den Thrombus geführt. Solche Thrombolytika weisen allerdings ein Risikospektrum von Nebenwirkungen auf, zu dem etwa Blutungen gehören. Darüber hinaus muss der Patient bei dieser Behandlungsmethode bis zu zwei Tage auf einer Intensivstation überwacht werden. Die Thrombolyse wirkt zudem nur an einem frischen Thrombus und hat keinerlei Einfluss auf anderes Verschlussmaterial wie Verkalkungen oder Narbengewebe. Die ursprüngliche Verengung bleibt bei dieser Methode bestehen. Ist der Thrombus bereits älter als zwei Wochen, ist die Thrombolyse nicht mehr effektiv.

Die rein chirurgische Entfernung mit einem Katheter (Fogarty-Verfahren) verwendet einen Ballon. Nachdem der Gefäßchirurg die Arterie, meist die Leistenbeugenarterie, chirurgisch freigelegt hat, wird dieser Ballon vollständig entleert innerhalb des Gefäßes durch den Pfropfen hindurch geführt. Auf der anderen Seite des Propfens wird der Ballon durch die Injektion von Kochsalzlösung auf den Durchmesser des Gefäßes aufgepumpt. Nun zieht der Chirurg den gefüllten Ballon durch das Gefäß zurück und versucht, mit ihm auch das Gerinnsel aus dem Blutgefäß zu ziehen. Das muss allerdings oft mehrfach wiederholt werden. Und selbst dann ist nicht sicher, dass der gesamte Klumpen beseitigt wurde. Jeder zurückbleibende Thrombusrest kann zur Keimzelle eines neuen Blutpfropfens werden. Diese Methode des über die gesamte Länge des Gefäßes gezogenen aufgeblasenen Ballons schädigt außerdem die Gefäßwand massiv, was häufig zu einem schnellen Wiederverschluss des Gefäßes führt.

Zerkleinern und abtransportieren

Die Methode von Straub Medical ist dagegen von eleganter Effizienz: Ein Motor außerhalb des Körpers ist mittels einer berührungsfreien Magnetkupplung mit dem Katheter verbunden. Die vom Motor erzeugte Rotation wird innerhalb des Körpers mittels einer hochfesten Stahlspirale (auch Helix genannt) im Inneren des Katheterschlauches auf den Kopf übertragen. Der Katheterkopf ist - wie ein Meißel - vorn an zwei Seiten stumpf abgeschrägt. Sobald er sich zu drehen beginnt, lösen diese Flächen das verfestigte Verschlu

zum Originalartikel