(08/2021) Als Schutzmasken Mangelware waren und Einkaufspreise explodierten, lief sie an: die „Bundesförderung von Produktionsanlagen von persönlicher Schutzausrüstung und dem Patientenschutz dienender Medizinprodukte sowie deren Vorprodukte“. Ihr Ziel war es, langfristig unabhängig von Asien zu werden. Dafür stellte der Bund 40 Mio. Euro bereit, die auch fast vollständig ausgeschöpft wurden. Doch wo stehen die deutschen Maskenhersteller heute? MTD unterhielt sich mit Alexander Bachmann, Sprecher des Deutschen Maskenverbandes und Marketingleiter bei einer Textilfirma, die auch OP-Masken produziert.
Herr Bachmann, der Deutsche Maskenverband wurde im März 2021 gegründet. Wo stehen Sie aktuell?
Wir haben 55 Mitglieder (Stand: 2. Juli 2021), das entspricht etwa 40 Prozent der Maskenhersteller. Aber wir wachsen stark, es kommen wöchentlich neue Unternehmen dazu. Unsere Unternehmen produzieren etwa 23,5 Mio. FFP2-Masken und 49,5 Mio. OP-Masken pro Woche. Insgesamt arbeiten rund 2.200 Mitarbeiter der Mitgliedsfirmen in der Maskenproduktion.
Laut Bundesgesundheitsministerium wurde der Anteil der Inlandsproduktion durch die Förderung von 4,1 Prozent im August 2020 auf 56 Prozent im Juni 2021 gesteigert. Boomt das Geschäft?
Nein, das tut es tatsächlich nicht. Diese Zahlen führen in die Irre. Im Prinzip handelt es sich dabei nur um den Anteil an der großen Bundesausschreibung, bei der durchaus darauf geachtet wurde, deutsche Unternehmen zu berücksichtigen. Aber bei Ausschreibungen der Länder, Kommunen und Behörden, die nur nach dem Preis gehen, deckt die deutsche Produktion tatsächlich nur 15 Prozent ab.
Und wo ist dann der Absatzmarkt für deutsche Masken?
Den gibt es schlichtweg nicht. Die Rahmenbedingungen wurden falsch gesetzt und für viele Unternehmen, die am Förderprogramm teilgenommen haben, hat sich das Ganze sogar als Falle entpuppt. Das Problem ist, dass deutsche Masken eigentlich nicht wettbewerbsfähig sind. Kein vernünftiges Unternehmen wäre in den Markt gegangen. Doch dann hat der Staat mit der Förderung gelockt, die Leute haben investiert und Unternehmen gegründet. Es wurde sozusagen eine komplette Industrie aus dem Boden gestampft. Gekauft hat die öffentliche Hand dann jedoch nur Importware.
Mi