(05/2021) Seit gut einem Jahr befinden sich Medizinprodukte-Lieferanten mit an vorderster Front im Kampf gegen die Pandemie, Hersteller wie Handelsfirmen. Die Versorgung der medizinischen Einrichtungen und Leistungserbringer hat höchste Priorität. Mitten in diesem Geschehen befindet sich auch die Fachhandels-Gruppe Amefa in Limburg mit ihren Töchtern Praxis Partner und Medimex. So hat der Praxis Partner Fachversand für Arzt- und Laborbedarf auch regional die Fieberambulanzen, Testzentren und Ärzte im Landkreis Limburg-Weilburg mit Schutzartikeln, Desinfektionsmitteln und Covid-Antigen-Tests versorgt. Über die aktuellen Herausforderungen, das Krisenmanagement und die Aufstellung der Gruppe sprach die MTD-Redaktion mit Marcus H. Simon, Geschäftsführer der Amefa GmbH.
Herr Simon, am Thema Corona kommt
derzeit kein Akteur im Gesundheitswesen vorbei. Wie waren die Amefa und ihre Töchter Medimex und der Versandhändler Praxis Partner im vorigen Jahr davon betroffen?
2020 war ein Jahr, das uns allen sehr viel abverlangt hat. Wir haben zwei große Ziele verfolgt: auf der einen Seite den Betrieb aufrechtzuerhalten, ohne dass das Virus unser Unternehmen zum Stillstand bringt, auf der anderen Seite über bekannte und neue Quellen dem Markt Ware zur Verfügung zu stellen. Ersteres haben wir erreicht, indem wir den Mitarbeitern recht schnell die Möglichkeit gegeben haben, von zu Hause aus zu arbeiten. Derzeit arbeiten etwa drei Viertel der Verwaltungsmitarbeiter mobil. In der Logistik haben wir eine Sechs-Tage-Woche im Zwei-Schicht-Betrieb eingeführt.
Markt außer Kontrolle
Das Ziel, dem Markt ausreichend Ware zur Verfügung zu stellen, konnten wir leider nur teilweise erfüllen. Die Amefa gibt es nun schon über 50 Jahre. In dieser Zeit haben wir enge Beziehungen mit unseren Lieferanten aufgebaut. Auch in diesen nicht einfachen Zeiten konnten wir uns auf diese Partnerschaften verlassen. Das heißt nicht, dass wir an der einen oder anderen Stelle nicht gerne mehr Ware bekommen hätten. Vor neue Herausforderungen stellte uns die Beschaffung in Asien: die Prüfung neuer Lieferquellen, fehlende Transportkapazitäten, explodierende Preise. Der Markt war und ist zum Teil noch immer außer Kontrolle. Wir haben Verantwortung übernommen, die Herausforderungen angenommen. Dabei hatten wir auch manch schlaflose Nacht. Aber als eingespieltes Team aus Einkauf, Vertrieb, QM und Geschäftsleitung haben wir diese Zeit gut überstanden.
Damit saßen Sie ja zwischen allen Stühlen: Alle wollten was von Ihnen – Kliniken, Ärzte, Handelspartner …
Das ist richtig, aber Loyalität ist uns als seriösem Unternehmen wichtig. Wir haben versucht, in erster Linie alle unsere Stammkunden im Fachhandels- und Arztgeschäft mit Ware zu versorgen. In vielen Fällen ist uns dies auch gelungen. Wenn wir über diese Bedarfe hinaus Ware besorgen konnten, haben wir diese unseren Gesellschaftern zur Verfügung gestellt, um die Versorgung in den Krankenhäusern sicherzustellen.
Vertrauensvolle Kooperation mit langjährigen Lieferanten
Und wie lief es auf der anderen Seite mit den Lieferanten?
Wie schon erwähnt, haben wir mit allen langjährigen Lieferanten sehr gut kooperiert. Ganz bewusst haben wir darauf verzichtet, mit Quellen zusammenzuarbeiten, die nicht aus der Medizintechnikbranche sind und nur das schnelle Geld gesucht haben. Wir glauben, dass dies